Virtuelle Telefonanlage

Eine Virtuelle Telefonanlage stellt die Funktionalität einer „klassischen“ Telefonanlage wie Nebenstellenwahl, Voicemail oder Telefonkonferenzen bereit, ohne das eine Telefonanlage in Form eines entsprechenden Gerätes installiert werden muss. Es ist möglich verschiedene Telefonanbieter je nach Zielrufnummer mit der Weiterleitung Ausgehender Anrufe zu beauftragen. Eingehende Anrufe können beliebig auf Nebenstellen verteilt werden. Unerwünschte Anrufer können automatisch abgewiesen werden. Anrufe können Hausintern weitergeleitet werden usw..

Die bekannten Funktionen einer Telefonanlage werden nicht mehr mittels einer elektronischen Schaltung in den Räumen des Nutzers realisiert sondern durch einen Server zur Verfügung gestellt. Dieser Server muss nicht direkt mit den Telefonen verbunden sein, sondern kann sich an beliebiger Stelle im Netzwerk(Internet) befinden. Auf dem Server läuft eine Software, die Telefonverbindungen mittels Voice Over Ip (im Folgendem VOIP) zu den im Gebäude des Kunden installierten Telefongeräten, zu Telefonen von Außendienst Mitarbeitern oder zu Geräten im Fest oder Mobilfunknetz herstellt. Alle Gespräche werden über eine Netzwerkverbindung abgewickelt. Da die Telefonanlage nicht mehr über ISDN oder analogen Telefonanschluss arbeitet, ist es möglich jedes Gerät das über einen Internetanschluss verfügt und das Session Initiation Protocol (SIP) unterstützt wie eine klassische Nebenstelle zu verwenden.

Als Endgerät können beispielsweise VOIP Router wie die Fritz Box von AVM , das SIP Telefon 7960 von Cisco oder das Softphone X-Light von Counter Path verwendet werden. Dies bedeutet das ein Mitarbeiter der Mobil unterwegs ist und über eine Verbindung ins Internet verfügt sein Telefon genauso wie an seinem Arbeitsplatz verwenden kann. Ein Anrufer bemerkt keinen Unterschied egal ob sich der Angerufene in seinem Büro oder in einem Hotel hunderte Kilometer vom Arbeitsplatz entfernt befindet. Als Server wird beispielsweise Asterisk eingesetzt. Diese Software wurde ursprünglich von Mark Spencer entwickelt und steht unter der General Public License(GPL). Die Weiterentwicklung erfolgt durch die Asterisk Community(www.asterisk.org).

Um eine Verbindung zwischen zwei Endgeräten herzustellen müssen beide Teilnehmer am Asterisk Server angemeldet sein. Mit Hilfe von SIP teilt das Telefon dem Server mit welche Einstellungen nötig sind, um eine Verbindung herzustellen und welcher Teilnehmer angerufen werden soll. Ist die Gegenstelle(das angerufene Telefon) ebenfalls am Server angemeldet, befindet sich also im Haustelefonnetz, so wird die Verbindung direkt hergestellt und ein Telefongespräch zwischen beiden Apparaten ist nun möglich. Befindet sich das angerufene Telefon nicht im Hausnetz (z.B. Mobiltelefon), so wird eine Verbindung mit dem entsprechenden ITSP(Internet Telephony Service Provider) hergestellt. In diesem Fall passt der Server die Daten (z.B die zu übertragende Sprache) an das Protokoll des ITSP an und stellt eine Verbindung zum gewünschten Teilnehmer her.