VoIP für Unternehmen
VoIP steht für "Voice over Internet Protocol". Dahinter verbirgt sich eine Telefontechnik, die zur Übertragung das Internet nutzt. Während herkömmliche Telefone die Sprachdaten über die Telefonleitung schicken, werden beim VoIP die Sprachdateien über die Internet-Leitung geschickt.
Ursprünglich kannte man dies nur von Internetdiensten, bei denen man mittels Kopfhörer und Mikrofon bei bestehender Internetleitung am PC kostenlos telefonieren konnte. Heute gibt es diese Dienste direkt vom Telefonanbieter - dabei können herkömmliche Telefone benutzt werden. Die Sprachdateien werden anstatt über die Telefonleitung über die Internet-Leitung übertragen. Dazu ist lediglich eine VoIP-fähige Telefonanlage nötig. Alternativ kann aber auch ein VoIP-Gateway benutzt werden, der klassische Telefonanlagen und -systeme ebenfalls an die VoIP-Technologie anbinden kann. Diese Gateways gibt es als externe Geräte, aber auch als PCI-Karten, die direkt in den PC oder Server eingesetzt werden. Beliebter und häufiger in der Anwendung sind allerdings die externen Geräte, da hier im Regelfall weniger Probleme auftauchen. Im Fall der Verwendung eines Gateways erfolgen die Telefonate über einen VoIP-Service-Provider.
VoIP wird auch häufig als "Internet-Telefonie" bezeichnet.
In seinen Anfängen gab es des Öfteren Verzögerungen in der Übertragung, der Gesprächspartner klang weit entfernt oder die Sprache kam sogar "zerhackt" am anderen Ende an.
Dies ist mittlerweile Geschichte. Durch die immens immer weiter verbesserte Sprachqualität hört man heute keinen Unterschied mehr zur herkömmlichen Übertragung.
Aus diesem Grund nutzen immer mehr Unternehmen das VoiP. Laut einer Studie aus dem Jahre 2006 des Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture in Kooperation mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) nutzte bereits damals jedes 4. Unternehmen diese Technologie.
Ausschlaggebend für die Einführung ist vor allen Dingen der Kostenfaktor, denn das Einsparungspotential ist nicht zu übersehen. Nutzen beide Gesprächspartner VoIP kostet das Gespräch in der Regel nichts, unabhängig davon ob rund um den Erdball telefoniert wird. Es fallen lediglich Internetkosten an, doch in Zeiten der Flatrate bedeutet das, dass keine zusätzlichen Kosten durch das Telefonat anfallen. Auslandsgespräche zu einem gewöhnlichen Telefonnetz werden nach dem Standort des Gateways abgerechnet, da hier die reine Internetnutzung nur bis zum Gateway zählt, ab dort geht es im Telefonnetz weiter. Der weitere große Vorteil, der sich aus VoIP ergibt ist die Tatsache, dass es sich hierbei um reine Daten handelt. Die Sprache wird in Datenpakete umgewandelt. Daten können beliebig gespeichert oder verarbeitet werden. Bei der Aufzeichnung eines Gesprächs beispielsweise entsteht weniger Aufwand, denn es wird lediglich eine Sprachdatei abgespeichert.
Die Übertragung als leicht veränderbares Datenpaket birgt allerdings auch Nachteile. Die Daten sollten nicht ungeschützt über die Internet-Leitung geschickt werden. Dieser Nachteil kann sich wiederum schnell in einen Vorteil verwandeln, denn auch herkömmliche Sprachsysteme sind grundsätzlich nicht zu 100 % sicher. Beim VoIP lassen sich entsprechende Schutzmassnahmen wesentlich einfacher und kostengünstiger implementieren.
Im Übrigen können nicht nur Telefone, sondern auch Faxgeräte mittels einer Abwandlung des VoIP betrieben werden. Dies nennt sich FoIP und steht für "Fax over Internet Protocol". Es gibt bereits dafür ausgerüstete Faxgeräte, aber auch die herkömmlichen, analogen Geräte können dank dem Gateway genutzt werden.